Spartentisch für Großprojekt in Rathenow

Zehn Millionen Euro investiert die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow in den Bau neuer Wohnungen im Rathenower Stadtzentrum. Am Montag erfolgte der erste Spatenstich.

Rathenow – Es gab Zeiten – und die sind noch nicht so lange her – da fiel es den Rathenower Kommunalpolitikern durchaus schwer, stolz auf die stadteigene Kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu sein. Gefangen im Defizitstrudel wurde das Unternehmen einem knallharten Sanierungskonzept unterworfen.

In diesem Jahr ist die Sanierung des Unternehmens abgeschlossen und die KWR glänzt wieder. Am Montag begann der Bau von zwölf neuen Wohnungen im Wohnquartier Forststraße. Zuvor war der alte Wohnblock abgerissen worden. Insgesamt zehn Millionen Euro werden hier demnächst investiert. Die Summe umfasst auch die Sanierung des Wohnblockes gegenüber, dessen Front zur Berliner Straße verläuft und die Innenhofgestaltung, die am Ende des Projektes ansteht.

Erstmals Kooperation

Für den Geschäftsführer der KWR ist der Bau in der Forststraße Neuland. Nicht, dass die KWR schon andere Projekte gestemmt hätte. „Die Idee war, hier auch Wohnplätze für eine Senioren-WG zu schaffen. Einziehen sollen ältere Menschen, die an Demenz leiden – aber noch in einer Wohngemeinschaft zurecht kommen. „Das kann man nur in einer Erdgeschossfläche umsetzen“, sagte Fellenberg anlässlich des ersten Spatenstiches am Montag.

Doch die Wohnungen sollen nicht ausschließlich Senioren vorbehalten sein. „Wir haben auch Wohnungen für Familien“, so Fellenberg. „Alle Wohnungen sind aber barrierefrei und mit Aufzügen zu erreichen.“ Aufzüge werden auch an dem Wohnblock zur Berliner Straße hin installiert. Das Land Brandenburg fördert das Bauvorhaben im Rahmen der Mietwohnungsbauförderrichtlinie.

Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger kommt ursprünglich aus dem Bauhandwerk und kann sich gut erinnern, wie das Karré zwischen Berliner Straße und Forststraße bebaut wurde. „Später sah es grau in grau aus, doch jetzt wandelt sich das.“

Ein echtes Zentrum

Dank der Bebauung, dank der Umgestaltung der Berliner Straße und des Märkischen Platzes zur Bundesgartenschau und dank weiterer KWR-Projekte sei es gelungen, der Stadt Rathenow wieder ein richtiges Zentrum zu geben, das mit Leben erfüllt wird. Und der Bürgermeister verweist noch einmal auf die Besonderheiten: „Es ist der erste Neubau in der Unternehmensgeschichte der KWR und es ist das erste Wohnprojekt in Kooperation mit einem Dienstleister für den Betrieb der Wohngemeinschaft.“

Dieser Dienstleister ist das Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege. Beate Kämmerling, die derzeit für das Gemeinschaftswerk den „Treff an der Stadtschleuse“ leitet, betont, es gebe bereits mehrere ähnliche Einrichtungen, die das Gemeinschaftswerk betreibe. „Wir haben da Erfahrung.“

Bürgermeister Ronald Seeger (links) und Jürgen Vogeler (Aufsichtsrat KWR)
Bürgermeister Ronald Seeger (links) und Jürgen Vogeler (Aufsichtsrat KWR).
Das Interesse an den Wohnungen ist groß. „es gibt viele Leute, die zentrumsnah wohnen wollen, das haben wir bereits bei der Sanierung der Wohneinheiten Berliner Straße und Goethestraße bemerkt. Einer dieser Blöcke gehört auch zu dem Karré, das nun bebaut wird. Die ernsthafte Vermarktung der Wohnungen beginnt aber erst.

 

Termin: Ende 2019

Bei strahlendem Sonnenschein schritten Bürgermeister Seeger, KWR-Geschäftsführer Fellenberg, Mitglieder des KWR-Aufsichtsrates und Gäste zum ersten Spatenstich. Ende kommenden Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Text von Joachim Wilisch

Foto von Joachim Wilisch

Artikel veröffentlicht: Maz-online.de  16.10.2018 12:02 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare