Wohnprojekt für Senioren geplant

Ein Seniorenwohnprojekt soll der Auftakt für die Entwicklung des Olympischen Dorfes in Elstal sein. Investor Terraplan präsentierte jetzt das Vorhaben, das in Kooperation mit der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH realisiert wird. So sind eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke und Wohnungen für betreutes Wohnen vorgesehen. Baubeginn soll 2018 sein.

Elstal – Es soll nicht geringeres als das Auftaktprojekt für die Entwicklung des Olympischen Dorfes in Elstal werden: Im Eingangsbereich des riesigen Geländes will die Firma Terraplan schon bald ein Haus mit 25 Plätzen für Menschen mit Unterstützungsbedarf errichten. Im Erdgeschoss ist eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke geplant, im ersten und zweiten Obergeschoss sollen Wohnungen für betreutes Wohnen errichtet werden. Ein Angebot, das sich vor allem an Senioren richtet.

„Wir wollen nach Möglichkeit noch 2018 mit dem Bau beginnen“, kündigt Terraplan-Geschäftsführer Erik Roßnagel an. Ziel sei es, das Projekt im zweiten Quartal 2020 fertigzustellen. Ohne einen Partner, der sich in Sachen Seniorenbetreuung auskennt, wird dies allerdings nicht gehen. Den hat Roßnagel in Werner Futterlieb gefunden, Geschäftsführer der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH. Futterlieb hat im Landkreis schon mehrere solcher Projekte auf die Beine gestellt – als Alternative zu Pflegeheimen. „Es geht darum, dass die Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt wohnen zu können, und zwar in ihrer gewohnten Umgebung“, sagt er. Deshalb verfolge man seit drei Jahren einen Weg unter dem Motto „Ambulant vor stationär“, ist diesbezüglich mit Bürgermeistern und Investoren im Gespräch.

Dass er und Roßnagel zusammen kamen, haben sie Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber zu verdanken. „Herr Futterlieb hat in Wustermark schon ein ähnliches Projekt. Und für mich als Bürgermeister ist das Thema sehr wichtig“, so Schreiber. Denn der Anteil der älteren Menschen nehme immer mehr zu. „Einen alten Baum sollte man nicht verpflanzen, heißt es. Und in Elstal haben wir noch kein Angebot in dieser Richtung.“ Nachfragen gebe es schon.

Vorgesehen ist, dass die Wohngemeinschaft für Demenzkranke über elf Zimmer mit 16 bis 20 Quadratmeter verfügt sowie über Gemeinschaftsbereiche. Dazu gibt es drei Bäder. „Demenzkranke sind ganz normale Menschen. Wir wollen, dass die Kommunikation schon morgens am Frühstückstisch beginnt“, so Futterlieb. Er will zudem, dass die Angehörigen bei der Betreuung mit einbezogen werden. „Geteilte Verantwortung“ nennt er das. Mitarbeiter des Gemeinschaftswerkes stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

Im ersten Obergeschoss sind sechs Wohnungen geplant, darunter eine für drei Personen mit jeweils abgeschlossenen Bereichen. Für Menschen mit nur wenig Geld. Überhaupt will Erik Roßnagel bei der Errichtung seiner Mehrfamilien- und Reihenhäuser auf eine soziale Durchmischung und Nutzervielfalt achten. Studenten sind ebenso gern gesehen wie Familien mit Kindern oder Senioren. Zudem begegnet er Ängsten, dass das Vorhaben zu exklusiv werden und man sich die Wohnungen nicht leisten könnte: „Wir wollen für jeden eine Wohnung haben, zu jedem Preis.“ Auf der von ihm erworbenen Fläche sollen etwa 350 Wohnungen entstehen, unter anderem im denkmalgeschützten Speisehaus der Nationen.

Bürgermeister Schreiber kündigt an, dass der soziale Aspekt bei der Entwicklung des Olympischen Dorfes künftig noch eine größere Rolle spielen wird. So seien im zweiten Bauabschnitt auch sozial leistbare Wohnungen geplant, eventuell könnte zudem eine Kita entstehen. Er geht davon aus, dass der Bedarf für die Betreuung von Senioren in Zukunft noch viel größer sein wird. Derzeit habe Elstal 4400 Einwohner, künftig seien es 7000 bis 8000. So könne das geplante Seniorenwohnprojekt auch nur der Auftakt sein.

 

Text von Andreas Kaatz

Foto von Andreas Kaatz

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