Pressemitteilung - 1.642 Unterstützer für Maßnahmen zur kurzfristigen Verbesserung im Pflegebereich

Als Appell an Pflegekassen und Politik ist die gemeinsame Petition von brandenburgischen Pflege-Unternehmen zur kurzfristigen Verbesserung im Pflegbereich zu Ende gegangen. Zwischen Anfang April und dem 9. Juni haben sich 1.642 Unterstützer dem Anliegen angeschlossen, teilten die Initiatoren am Dienstag mit. Sogar aus der Schweiz, aus Polen und Österreich hätten sich zustimmende Personen gemeldet.

Um die Wirksamkeit der ambulanten Pflege unter dem Druck des zunehmenden Fachkräftemangels möglichst rasch zu verbessern und die Pflege langfristig sicherzustellen, hatten brandenburgische Sozialverbände ihre Petition veröffentlicht. Darin haben sie Maßnahmen vorgeschlagen, die ihrer Auffassung nach schnell zu verwirklichen wären.

Vorstandsmitglied Andreas Heil (brandenburgische Volkssolidarität) verwies am Dienstag darauf, dass auch Politiker ihre Unterstützung der Petition bekundet hätten. Dies werte er als Ausdruck für die Ernsthaftigkeit im Bemühen, den drohenden Pflegenotstand abzuwenden und dort, wo er schon eingetreten ist, zu beenden. Geschäftsführender Vorstand Werner Futterlieb (Gemeinschaftswerk Soziale Dienste Nauen e.V.) sieht Anzeichen dafür, dass die Kassen bereit seien, über die Anliegen nachzudenken und beispielsweise über die geforderte Möglichkeit verhandeln würden, Pflege-Nebenstellen einzurichten. Für den Bereichsleiter Pflege des Johannischen Sozialwerks Markus Franke steht jetzt an, auf der politischen und der Kassen-Ebene gezielt nachzufragen, welche Forderungen umzusetzen sind.

Unerlässlich ist nach Auffassung der Initiatoren eine zügige Erhöhung der Entgelte für Fahrten zu den Klienten. Damit Pflegedienste gerade in dünnbesiedelten Gebieten wegen ihrer ungleich und unverhältnismäßig langen Anfahrwege nicht länger benachteiligt werden, sollte der Petition zufolge eine zeitgesteuerte Abrechnung der Fahrwege eingeführt werden. Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, ist es aus Sicht der Verbände notwendig, dass ein Pflegedienst auch Filialen eröffnen kann. Sachdienlich wäre die Einführung einer „Tagespflege light“. Gefordert wird die Einführung einer Auftragsvergabestelle, die von den Pflegekassen geführt wird, mit dem Ziel, Klienten zum Pflegedienst des festgelegten Einzugsbereichs weiterzuleiten. Vermieden würde auf diese Weise die gegenwärtige unklare Lage, in der mehrere Pflegedienste im gleichen Einzugsbereich tätig sind.

Weil der heutige Pflegenotstand dazu führt, dass täglich Personalengpässe auftreten, muss nach Ansicht der Pflegeverbände Personal schnell und ohne großen administrativen Aufwand zwischen den Pflegediensten einer Region ausgetauscht werden können. Das würde der unhaltbaren Lage vorbeugen, dass Klienten vom Pflegedienst nicht mehr versorgt werden und es gar zur Kündigung der Pflegeverträge kommt.

In der Petition weisen die Verbände darauf hin, dass der Bereich Pflege in der Vergangenheit einem starken Veränderungsdruck ausgesetzt war. „Das Hauptaugenmerk dabei lag immer auf der Verbesserung der Leistungsfinanzierung für den Pflegebedürftigen, auf der Ausweitung von Qualitätsvorgaben und deren Prüfung durch die Pflegekassen und in letzter Zeit auf der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Als Leistungserbringer haben wir die in der Vergangenheit beschlossenen Veränderungen, die dem Wohl des Pflegebedürftigen dienen, begrüßt.“ Allerdings wandelten sich die Korrekturen unter dem Eindruck eines rasch zunehmenden Fachkräftemangels in ein Problem für die Leistungserbringer, begründeten die Unternehmen ihre aktuellen Forderungen.

Die Petition unterzeichneten:

Gemeinschaftswerk Soziale Dienste Nauen e.V.

Geschäftsführender Vorstand

Werner Futterlieb

 

Volkssolidarität Landesverband Brandenburg e.V.

Landesvorstand

Ines Große, Peter Lange, Andreas Heil

 

Johannisches Sozialwerk e.V.

Bereichsleitung Pflege

Markus Franke

 

Text der Pressemitteilung: Urheber „Presse-Volkssolidarität“

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