Gründungsgeschichte Gemeinschaftswerk Soziale Dienste Nauen e.V.

In der Zeit nach dem 9. November 1989 war in der ehemaligen DDR, vor allem aber in Ostberlin und um Berlin herum, nichts mehr so wie vorher. Viele der zu erwartenden Veränderungen beschäftigten die Menschen in allen Lebensbereichen und die Sorge um die Zukunftsgestaltung ihrer bisherigen Arbeitswelt führte zu ersten Kontakten im Juli 1990 durch Dorothe Döbbelin und Cornelia Ortelbach mit dem Fördererverein Heerstr. Nord e.V., dem Geschäftsführer Gerhart Ottschofski und der Pflegedienstleiterin Katharina Loew. Bis zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 1990 gab es seitens der bestehenden Organisationen für häusliche Pflegeleistungen weder Konzept noch Planung. Die sich dafür verantwortlich fühlenden an der Basis suchten danach und ließen sich beraten. Zwei Ergebnisse daraus machten dem Gemeinschaftswerk den Weg frei: Zum einen sollte die Arbeit in einer selbstverwalteten und selbstverantwortlichen Organisationsform starten und zum Zweiten sollte sofort gehandelt werden, sprich: Bundesmittel aus dem Soforthilfeprogramm wurden am 20.8.1990 durch den Förderverein Behinderten- und Seniorenarbeit Heerstrasse Nord e. V. für den Aufbau von Sozialstationen im Landkreis Nauen (heute Havelland) beantragt.

Am 4.9.1990 beschlossen interessierte und engagierte Personen im sozialen Bereich: Ärzte, Gemeindeschwestern, Angestellte und Hauswirtschaftspflegerinnen der Volkssolidarität, Fürsorger des Krankenhauses Nauen und andere, den Verein Gemeinschaftswerk Soziale Dienste Nauen e.V. zu gründen. Die Gründungsversammlung verabschiedete die erste Vereinssatzung und ließ den Verein am 10. Oktober 1990 in das Vereinigungsregister Nauen eintragen.

Sitz und Adresse des neuen Vereins war die bisherige Geschäftsstelle des Kreisverbandes der Volkssolidarität in der Paul Jerchel Strasse 6. Der Zuwendungsbescheid über Bundesmittel von mehr als 150.000,- DM Starthilfe ging zwar beim Fördererverein ein, aber dort in der Paul-Jerchel-Strasse 6 entstand höchste Betriebsamkeit. Mit den Bürgermeistern und Sozialdezernenten in Nauen, Falkensee und Friesack wurde gesprochen, es wurden die Konzepte des Gemeinschaftswerkes für eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Landkreis mit häuslichen Pflegeleistungen und hauswirtschaftlichen Hilfen vorgestellt und um Unterstützung geworben.

Der von der Gründungsversammlung am 4.9.1990 gewählte Vorstand bestand aus Dorothe Döbbelin, Cornelia Ortelbach, Renate Sengpiel, Gerhart Ottschofski, Marion Babben und Ursula Kubenz. Der Verein konstituierte sich und gab sich ein erstes Logo.

Bereits am 1.12.1990 begann der neu gegründete Verein mit der konkreten Arbeit. Im Beisein der bekannten und beliebten Sozialministerin Regine Hildebrandt (†) wurde am 1.12.1990 die erste Sozialstation in Falkensee in Betrieb genommen.

Gemeinschaftlich ist über die Grenzen des Vereins hinaus weiter unverzüglich gehandelt worden, etwa als die kommunalen Gemeindeschwestern per Überleiungsvereinbarung als Gemeindeangestellte und von diesen bezahlt häusliche Krankenpflege leisteten.Vormals bei der Volkssolidarität beschäftigte Hauswirtschaftspflegerinnen sind als ganze Kollektive vom Gemeinschaftswerk angestellt worden und stellten somit die kontinuierliche Versorgung vor allem der älteren Menschen sicher. Denn zu Beginn des Jahres 1991 sind zwei weitere Sozialstationen, nämlich in Nauen, Paul-Jerchel-Str. 6, und in Friesack, Nauener Str. 31., eingeweiht worden. Damit im Landkreis wohnortnahe Standorte eine vertrauensvolle Nähe ermöglichten, richtete das Gemeinschaftswerk Außenstellen der 3 Sozialstationen ein: für die Sozialstation Nauen in Wustermark, Ketzin und Brieselang, für die Sozialstation Falkensee in Schönwalde und Dallgow und für die Sozialstation Friesack in Paulinenaue ein.

In der Geschäftsstelle arbeitete ab dem 1.2.1991 die Geschäftsführerin, heute wie damals Cornelia Ortelbach, auf ABM-Basis mehrere Jahre.

Die Bedingungen für soziale und gesundheitspflegerische Hilfen waren in der Bundesrepublick längst vom sozialen Fürsorgestaat zu markwirtsschaftlichen Formen verändert. Der Dienstleister Gemeinschaftswerk hatte mit dem Kostenträger auf der Leistungsempfängerseite über die Preise seiner Leistungen zu verhandeln. Beide Seiten handelten konsequent und trafen im Januar/Februar die erste Vereinbarung. Für den Landkreis Nauen unterzeichnete damals die Dezernentin für Soziales, Familie, Jugend und Sport, Angelika Krüger-Leißner pauschale Stundenvergütungen in Höhe von 16,15 DM für Leistungsempfänger nach dem BSHG.

Gründlich geprüft, erhielt am 27.02.1991 das Gemeinschaftswerk eine vorläufige Bescheinigung des Finanzamtes Nauen, dass die Körperschaft mildtätigen Zwecken dient.

Mit Beschluss des Vorstandes trat der Jubilar am 9.4. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Brandenburg als einer der ersten Vereine im Land bei. Mit der Mitgliedsnummer MO 22/28 verstärkte das Gemeinschaftswerk den Paritätischen Dach- und Spitzenverband der Wohlfahrtspflege als Mitgliedsorganisation.
Der überkonfessionelle Paritätische Wohlfahrtsverband hatte im Landkreis noch andere Mitgliedsorganisationen, die im Rahmen der paritätischen Sozialstationen des Gemeinschaftswerkes zu weitergehender Kooperation bereit waren, darunter der ASB Nauen e.V., das Lebenshilfswerk Nauen e.V. und der Behindertenverband des Kreises Nauen e.V.

Die Erschließung neuer Beschäftigtensektoren führte noch in diesem Jahr zur Anerkennung als Zivildienststelle und zum Dienstbeginn des ersten Zivildienstleistenden in der Sozialstation Nauen.

Ein wichtiger Meilenstein für die Region der Sozialstation Falkensee war der Ausbau, die Einrichtung und die Inbetriebnahme der Außenstelle Dallgow.

Vorstand und Leitende zusammen mit Vertretern des Förderervereins 1991 in Börgerende.

Die von Anfang an mit dem Fördererverein Heerstr. Nord e. V. aus Berlin Spandau praktizierte Zusammenarbeit gestaltete sich zunehmend zum gegenseitigen Vorteil (z.B. gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen, bei dringendem Bedarf Personaleinsatz und Fahrzeugaustausch) und wurde folglich auf der Ebene der Vorstände durch eine Kooperationsvereinbarung der Vereine noch verbindlicher.

Eine Kreisgebietsreform im Land Brandenburg verband die Landkreise Nauen und Rathenow zum neuen Landkreis Havelland. Außer der damit verbundenen institutionellen Änderung hatte dies auf das Einzugsgebiet des Gemeinschaftswerkes keine Auswirkungen. Im April 1993 ist die Außenstelle der Sozialstation Falkensee in Dallgow, Bahnhofstr. 160, eingeweiht und noch im selben Jahr die Außenstelle Paulinenaue der Sozialstation Friesack bezogen worden. Frau Ursula Kubenz (†) als Gründungs- und Vorstandsmitglied wirkte und gestaltete sie mit viel Engagement und guten Ideen als Gründungs- und Vorstandsmitglied in der schwierigen Aufbauphase mit. Frau Ursula Kubenz ist im Juni 1993 infolge einer schweren Erkrankung verstorben.

Den ersten ordentlichen Bescheid des Finanzamtes Nauen – wie üblich, 3 Jahre rückwirkend – erhielt der gemeinnützige Verein am 4.5.1994 für die Jahre 1991, 1992, 1993 zur Befreiung von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer. Die Räume der Sozialstation in der Paul-Jerchel-Straße 6 waren bald für die Erledigung der Regie-, Verwaltungs- und Beratungsaufgaben viel zu klein. Der Nachwende-Neubauboom im Umland von Berlin ermöglichte es auch in Nauen, geeignete neue Räume zu finden und diese am 1.2.1994 in der Dammstraße 7a im 2. OG zu beziehen.

Die Ähnlichkeit des Vereinslogos mit dem des Förderervereins führte gelegentlich zu Missverständnissen, so dass sich das Gemeinschaftswerk ein neues eigenes Firmenlogo gestaltete.

Die Arbeit des Gemeinschaftswerkes mit dem Anspruch, den Menschen im Landkreis auch im Krankheits- oder Pflegefall ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung so lange wie möglich zu organisieren, führte zu noch ungelösten Problembereichen. Die wohnortnahe Versorgung von demenziell erkrankten Menschen war noch sehr unzureichend erprobt und noch weniger sichergestellt. Solchen Erprobungs- und Vorbereitungsschritten folgte in der Gerontopsychiatrischen Tagespflege-Einrichtung Falkensee in der Ruppiner Str. 20 – eine der ersten Tagespflegen in Brandenburg – ein täglicher Betrieb mit Stammpersonal und einer qualifizierten Betreuungstätigkeit. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe KDA in Köln unterstützte die Konzepterstellung.

Eine große Reform mit weitreichenden Folgen bedeutete die mit der Einführung der Pflegeversicherung 1994 verbundene gesetzlich festgeschriebene Strukturqualität der unterschiedlichen Leistungsbereiche stationäre, teilstationäre und ambulante bzw. häusliche Pflege. Eine Folge: Die drei Pflegedienstleiterinnen der Sozialstationen, Ingrid Böttger, Andrea Behrendt (später Fr.Kotsch) und Antje Witt, absolvierten als eine der ersten in Brandenburg den „Qualifizierungskurs zur Sozialstationsleitung“ beim PARITÄTISCHEN Bildungswerk NRW und schlossen ihn erfolgreich ab.

Obere Reihe 2.v.r: Antje Witt; untere Reihe 1.v.r. Ingrid Böttger und daneben Andrea Kotsch

Ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung auch im Alter, mit Behinderung oder Krankheit verlangt nach sozialen Kontakten, nach Begegnung und gemeinsamen Aktivitäten. Im ganzheitlichen Verständnis fühlte sich das Gemeinschaftswerk auch dafür zuständig und baute zielstrebig eine umfangreiche Soziale Gruppenarbeit mit Senioren, Behinderten und Selbsthilfegruppen in den genannten Begegnungsstätten auf. Dadurch entstand ein stetig wachsendes internes Netzwerk sich gegenseitig unterstützender Dienste.

Bis Dezember dieses Jahres war die Gemeindeschwesternstation in Schönwalde-Dorf der Sitz der Außenstelle Schönwalde der Sozialstation Falkensee, die nun neue Räume im Gemeindezentrum bezog.

Auch externe Partnerschafts- und Kooperationsbeziehungen entwickelten sich nach und nach. Der Verein wurde Mitglied in der Alzheimer Gesellschaft und beide beabsichtigten, neue Hilfen für Menschen mit Demenz zu schaffen.

Die Sozialstation Friesack zog aus dem Altbau in der Nauener Str. 31 am 1. Februar in den Neubaukomplex Poststr. 13, ein integratives Wohnprojekt der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Friesack.

In Nauen begann das Projekt Generationsarbeit „GeNau“ mit dem Ziel und Inhalt, Partnerschaften der Generationen mit Leben zu erfüllen. Die stetig wachsende Arbeit hat auch einen wachsenden Bedarf an dafür gut geeigneten und entsprechend ausgestatteten Arbeitsräumen entstehen lassen. Folglich entschlossen sich die Verantwortlichen im Gemeinschaftswerk, eine Immobilie in der Paul-Jerchel-Str.4 für die Sozialstation Nauen zu erwerben.

Nach einem zweckmäßigen Ausbau des Hauses zog die Sozialstation Nauen von der Dammstraße in das neue Domizil um. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt, auch in der Pflegebranche, ist die Qualität von entscheidender Bedeutung. Auch die eigenen Qualitätsansprüche möchten realisiert, gesichert und weiterentwickelt werden.

Das Gemeinschaftswerk hat sich für die Einführung eines ordentlichen Qualitätsmanagementsystems entschieden. In der „Qualitätsgemeinschaft Pflege der Liga der Wohlfahrtsverbände Brandenburg“ gibt es die Möglichkeit, die angestrebten Ziele gemeinsam mit anderen Trägern zu erreichen.
Geeignete Räumlichkeiten und das fachspezifische Wirken der Gerontopsychiatrischen Tagespflege in Falkensee erleichterte die Arbeitsaufnahme der „Kontakt- u. Beratungsstelle der Alzheimer-Gesellschaft“ 1998.

„In Anlehnung an den BAT“, das war die damals übliche Antwort auf die Frage, wonach der Verein seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergütet. Die immer weitergehende Öffnung gesundheitspflegerischer Dienstleistungssektoren hin zum Markt und das Wirksamwerden von Marktmechanismen wie Niedriglöhne, machte es Trägern mit der Vergütung des Öffentlichen Dienstes unmöglich, sich auf Dauer am Markt zu halten. Folglich gab sich das Gemeinschaftswerk auch ein eigenes Betriebs-Vergütungs- und Beurteilungssystem, die BVO.

Mit der Absicht, den Menschen auch am Lebensende selbstbestimmte und humane Bedingungen zu ermöglichen, trat das Gemeinschaftswerk der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz bei.

Im Sinne des Vereinsnamens vereinbarte das Gemeinschaftswerk gGmbH mit der Diakonie-Pflegedienst gGmbH in Vorpommern vertraglich, die Mieter in der Seniorenwohnanlage Schönwalde ambulant zu versorgen.

In Friesack wurde eine Tagesbetreuung aufgebaut, die vorläufig einmal wöchentlich mit bis zu 10 Besuchern stattfand und entsprechend der langfristigen Planungen in eine teilstationäre Tagespflege-Einrichtung münden sollte.

Das 10-jährige Gründungsjubiläum des Gemeinschaftswerkes wurde mit einem großen Fest in Nauen zusammen mit den Spitzenrepräsentanten des Landkreises und der Städte sowie allen dem Verein nahe stehenden Menschen gefeiert.

Dem “Teenager“ passen die Kinderschuhe nicht mehr: Die Satzung erfährt eine Generalüberarbeitung.

Mit dem DRK-Blutspendedienst Land Brandenburg gGmbH vereinbarte das Gemeinschaftswerk die Durchführung von Blutspendeaktionen in der Sozialstation Nauen.

Das Grundstück hinter der Sozialstation Nauen wurde erworben und erste Planungen für ein Projekt Wohngemeinschaften begannen.

Wachstumsprozesse werden in der Alltagsarbeit mit Fleiß und Tempo bewältigt, aber nur so lange es gelingt. Die immer größer werdende Sozialstation Nauen wurde geteilt und der andere Teil arbeitete nun als Sozialstation Wustermark mit eigenen Versorgungsverträgen im Amtsgebäude Hoppenrader Allee.

Das Gemeinschaftswerk dachte an die eigene personelle Zukunft, als es in diesem Jahr Ausbildungsbetrieb wurde und die erste Auszubildende zur Bürokauffrau unter Vertrag nahm.

Die Tagespflege Falkensee setzte ihre Arbeit im vom Architekten Hartmut Pott neu erbauten Stadtrand-Domizil an der Martin-Luther-Str. 23 fort.

Eine erste Mitarbeiterbefragung, unter dem Motto: „Deine Meinung ist uns wichtig“ ist vorbereitet und durchgeführt worden.

Die zweite Tagespflegeeinrichting entstand in Friesack. Dort erwarb das Gemeinschaftswerk das ehemalige Privathaus einer Ärztin in der Berliner Allee 23 und baute es zweckentsprechend mit einer Förderung aus dem Investitionsprogramm Pflege des Landes Brandenburg unter Mitwirkung des Architekten Peer Kanzler um. Die feierliche Eröffnung der Tagespflege Friesack fand am 1.6. des Jahres statt.

Mit dem altersbedingten körperlichen Kräfteabbau lassen auch die geistigen Kräfte nach. Derart spezifische Hilfen zu akquirieren und zu vermitteln, übernahm das Gemeinschaftswerk übergreifend als Träger einer Koordinierungsstelle „Gerontopsychiatrisches Netzwerk im Havelland“.

Es erarbeitete eine Konzeption über „Niedrigschwellige Angebote im Rahmen des Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetzes“, die von den Fachbehörden im Land anerkannt wurde. Und es nahm die Kontakt- und Beratungsstelle – beides gefördert durch den Landkreis Havelland bzw. Stiftung Deutsches Hilfswerk – in Betrieb.

Zwei Studentinnen untersuchten im Rahmen eines 5-monatigen Praktikums die Marketingstrategie des Vereins genauer und erstellten für ihn ein neues Marketingkonzept einschließlich einer Kommunikationsstrategie.

Das Qualitätsmanagementsystem der vier Sozialstationen wurde einer ersten Zertifizierung unterzogen und diese mit Erfolg abgeschlossen.

Im Juni erfolgte die offizielle Zertifikatsübergabe zum QgP-Qualitätssiegel. Ein gut funktionierendes Qualitätsmanagement verbessert neben der Struktur- und Prozessqualität insbesondere auch die Ergebnisqualität. Um diese mit anerkannten sozialwissenschaftlichen Instrumenten zu „messen“, wurde in allen Arbeitsbereichen eine zweite Mitarbeiter- und Kundenbefragung durchgeführt. Ein externes Institut sorgte für gute Information und Organisation, für zuverlässige und anonyme Datenerhebung und für die Präsentation der erfreulich positiven Ergebnisse.

Nach der Gründungsphase ist die Eröffnung des „Haus Nauen“ in der Paul-Jerchel-Str. 4 nach fast 3-jähriger Planungs-und Bauzeit als das größte Projekt des Gemeinschaftswerkes zu klassifizieren. Für die Hausgemeinschaften mit insgesamt 30 Personen, 8 Wohnungen im Betreuten Wohnen, einer Tagespflege mit 12 Plätzen und der Sozialstation sind nagelneue Räume geschaffen und bezogen worden, die den Beschäftigten eine vielversprechende zukunftsorientierte Arbeit im Sinne der Kunden ermöglichen.

Die Sozialstation zog mit in das neue Haus Nauen ein und endlich konnte auch die Geschäftsstelle im Altbau Paul-Jerchel-Str. 4 geeignete Arbeitsräume beziehen.

Zusätzlich zur Sozialstation, zu Hausgemeinschaften und Betreutem Wohnen fügte sich die dritte Tagespflege in das Konzept einer Netzwerkeinrichtung des Gemeinschaftswerkes passend ein.
Den dafür zwingend notwendigen Hol und Bringedienst für alle drei Tagespflegen übergab das Gemeinschaftswerk in die erfahrene Obhut der Johanniter-Unfall – Hilfe e.V. (RV Brandenburg-Nordwest).

Kaum waren im Haus Nauen alle Bewohner in die Hausgemeinschaften eingezogen und damit „Leben im Haus“, drängte man nach draußen, gestaltete die Außenanlagen und übergab den menschlichen Sinnen den Sinnesgarten auf dem Gelände.

Viele Arbeitskontakte zwischendurch, persönliches Kennenlernen und die bisherige gute Zusammenarbeit bewog die Akteure, zur Sicherung und Verbesserung der Qualität eine strategische Partnerschaft mit den Havelland Kliniken Unternehmensgruppe zu beginnen.

Auf Grundlage der Intentionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde die Vision des Gemeinschaftswerkes zu Papier gebracht.

Das enge Zusammenwirken von häuslicher Pflege durch Angehörige und durch professionelle Kräfte beinhaltet zunehmend auch ehrenamtliches Engagement. Mit einem schlüssigen Konzept für Gewinnung, Qualifizierung, Praxisbegleitung und Anerkennung von Ehrenamtlichen wird deren Mitwirkung gefördert.

Intentionen und Visionen zu Handlungen zu führen heißt: sich entschließen etwas zu unternehmen und es dann auch zu tun. Im Unternehmen Gemeinschaftswerk hat man in einer Vorstands-Leitenden-Klausur die Anwendung der Führungsinstrumente Balanced Scorecard (BSC) beschlossen, das die zielführende Zukunftsplanung kontrolliert ermöglicht.

In Kooperation mit den Havelland Kliniken Unternehmensgruppe, dem Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel GmbH / Hauskrankenpflege für Jedermann e.V. sowie dem Diakonischen Werk Havelland e.V. wird im August die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Landkreis Havelland auf den Weg gebracht. Das Gemeinschaftswerk hat dafür spezielle Pflegefachkräfte ausgebildet.

Ehemalige und aktuell tätige Mitstreiter, Beschäftigte, Betreute, Geschäftspartner und Unterstützer blicken am 10.9. in Nauen zurück auf die 20-jährige Geschichte. Die große Jubiläumsfeier auf dem Vereinsgelände in der Paul-Jerchel-Str. 4 verbindet die Beteiligten bei Gesprächen, Festansprachen, Musikprogramm, Information und kulinarischen Genüssen. Außerdem wird ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft gewagt.